Das Leben ist wie das Brötchen beim Bäcker. Die eine Hälfte ist staubtrocken und die andere lockt mit farbenfroher Frische. Viele haben die Angewohnheit erst die trockene, eintönige Seite anzuknabbern, um sich nicht nur auf den besseren Teil freuen zu können, sondern auch der Nachgeschmack angenehmer ist. Ich bin mir sicher, dass viele diese Angewohnheit haben und du vermutlich ebenfalls dazu gehörst. Ich möchte dir jedoch den Rat geben, dass du nicht nur an einer Stelle knabberst, sondern auch ab und zu das Brötchen umdrehst, damit der ganze Belag nicht herausfällt und der positive Teil dann überhaupt nicht mehr vorhanden ist.

Manchmal, wenn das Brötchen dann absolut nicht das ist, was du eigentlich wolltest, solltest du darüber nachdenken, ob du dein Brötchen das nächste Mal nicht einfach selbst belegst, statt eines zu nehmen, das vorgefertigt ist und in seiner Gleichheit keinen höheren Reiz bietet. Vor allem, wenn du manchmal vom Leben oder aber auch von deinem Brötchen mehr erwartest, bist du besser beraten, wenn du dir die Zeit nimmst es selbst zu gestalten. Auch wenn du Schokocreme mit Senf kombinieren möchtest und du die hochgezogenen Augenbrauen deiner Mitmenschen erntest – es ist dein Brötchen und es kann dich trotz der angewiderten Blicke glücklich machen.

Du fragst dich vermutlich, wie man mit etwas glücklich werden kann, wenn man Ekel und Kopfschütteln erntet, doch wenn dein Geschmack tatsächlich so extravagant ist, dann wirst du vielleicht auf Ablehnung stoßen, doch umso mehr wirst du merken, welche Menschen sich tatsächlich für dich und nicht für die Art deines Brötchens interessieren. Die sich zu dir setzen, es mit dir teilen möchten und dir ihres anbieten, die dir Rezeptvorschläge machen und sich für deine Art begeistern können, selbst wenn sie deinen Geschmack nicht teilen. 

Wenn wir nun zu unserer Anfangssituation gehen, zu dem halbtrockenen Brötchen und dann an das Brötchen denken, dass du selbst erschaffen hast – welches sollte dein Leben widerspiegeln?